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Fortbildungsrichtlinie Qualitätssicherung

Verpflichtung zur Fortbildung für Mitglieder des Instituts Österreichischer Steuerberater.

Durchführungsrichtlinie IÖS-1/1999 des Instituts österreichischer Steuerberater.

Wirtschaftstreuhänder haben ihre Tätigkeit nach den berufsrechtlichen Grundsätzen auszuüben.
Einen wichtiger Aspekt ist die nach außen dokumentierte Qualität der Auftragsabwicklung. Die Qualität der Dienstleistung steht im direkten Zusammenhang mit dem Fachwissen des Wirtschaftstreuhänders und des fachlich tätigen Personals.

Aus dem Berufsgrundsatz der Gewissenhaftigkeit ist der Stand des Fachwissens ständig aktuell zu halten. Die Aktualität ist durch die permanente Fortbildung des Wirtschaftstreuhänders zu gewährleisten. Der Vorstand der Kammer der Wirtschaftstreuhänder hat die verpflichtende Fortbildung der Wirtschaftstreuhänder ausdrücklich vorgeschrieben.
Die KWT hat keine Sanktionen bei ungenügender Fortbildung beschlossen. Sanktionen sind jedenfalls erforderlich, wenn die Glaubwürdigkeit eines sich zur Qualität bekennenden Berufsstandes gestärkt werden soll.

Das Institut österreichischer Steuerberater hat in den Statuten aufgenommen, dass "jedes ordentliche Mitglied verpflichtet ist, Aktivitäten zur Sicherung der Qualität seiner beruflichen Arbeit zu setzen; dazu gehören insbesondere angemessene Maßnahmen zur Fortbildung. Art und Umfang dieser Fortbildungsmaßnahmen sind so zu gestalten, daß sie den Grundsätzen internationaler Berufsorganisationen, denen das Institut als Mitglied angehört, entsprechen.
Die Fortbildungsaktivitäten sind in angemessener Weise zu dokumentieren.
Der Vorstand des Instituts kann zur Konkretisierung der Fortbildungsverpflichtung Richtlinien erlassen."

Die verpflichtende Fortbildung des ordentlichen Mitgliedes des IÖS ist Teil seiner Qualitätssicherungsmaßnahmen.

Einzubeziehender Personenkreis

Alle ordentlichen Mitglieder des Instituts österreichischer Steuerberater.

Aufsichtsgremium

Das Aufsichtsgremium wird jährlich vom Vorstand des Instituts österreichischer Steuerberater bestellt. Wiederbestellungen sind möglich. Das Aufsichtsgremium besteht aus zumindest 3 Personen, wobei zumindest zwei davon Mitglieder des Instituts österreichischer Steuerberater zu sein haben.
Das Aufsichtsgremium ist sowohl für die Kontrolle der Einhaltung des zeitlichen Kriteriums als auch des sachlichen Kriteriums zuständig.

Zeitliches Kriterium

Der Beobachtungszeitraum ist das Kalenderjahr. Als erster Beobachtungszeitraum gilt das erste volle Kalenderjahr der Mitgliedschaft.
Die Verpflichtung zur Fortbildung besteht im Umfang von zumindest 180 Stunden innerhalb von 3 Jahren, davon jedoch zumindest 30 Stunden Fortbildungsveranstaltungen und Fachtätigkeiten sowie 10 Stunden Selbststudium jährlich.
Das zeitliche Kriterium ist eingehalten, wenn sowohl die Grenze von 180 Stunden innerhalb von drei Jahren als auch die der 40 Stunden jährlich dokumentiert wird.

Sachliches Kriterium

Als Maßstab für die Fortbildung gelten die vom Aufsichtsgremium anerkannten Maßnahmen.

Fortbildungsveranstaltungen

Die Anerkennung der Fortbildungsveranstaltung ist unabhängig davon, ob diese intern oder extern durchgeführt wird.

Fachtätigkeiten

Auf die verpflichtende Fortbildung ist eine entsprechende Tätigkeit als Fachschriftsteller, Lektor oder Fachvortragender, Prüfungskommissär, und Arbeitsgruppen des Instituts österreichischer Steuerberater bzw. fachliche Tätigkeit für den Berufsstand im Ausmaß von insgesamt max. 20 Stunden jährlich anzurechnen.

Selbststudium

Auf die verpflichtende Fortbildung ist ein entsprechendes Selbststudium oder Literaturstudium im Ausmaß von max. 20 Stunden jährlich anzurechnen

Frist der Evaluierung

Die laufende Dokumentation eines Kalenderjahres hat im Sinne der Qualitätssicherung zu erfolgen.
Die durchgeführte Fortbildung eines Kalenderjahres ist bis spätestens 31. Jänner des Folgejahres zusammenzufassen und dem Vorstand zur Prüfung durch das Aufsichtsgremium schriftlich mit den entsprechenden Formularen zur Fortbildungsdokumentation zu übermitteln.

Sanktionierung bei ungenügender Fortbildung

Wird vom ordentlichen Mitglied des Instituts österreichischer Steuerberater nicht bis 31. Jänner des Folgejahres die entsprechende Dokumentation seiner Fortbildung vorgelegt, so ist eine erste Nachfrist bis 31. März und eine zweite Nachfrist bis 30. Juni des Folgejahres zu setzen.
Bei weiterer Nichtbefolgung der Meldepflicht ist ein Verfahren zum Ausschluß des Institutsmitglieds einzuleiten.

Wird die Fortbildungsverpflichtung des ordentlichen Mitgliedes des Instituts österreichischer Steuerberater nur mangelhaft erfüllt, so ist das Mitglied vom Aufsichtsgremium auf diesen Umstand hinzuweisen.

Kann entweder das zeitliche oder das sachliche Kriterium der Verpflichtung nicht nachgewiesen werden, so ist diesfalls das Ausschlußverfahren einzuleiten.

Dokumentation

In der Dokumentation sind folgende Daten zu erfassen:

  • Name
  • Weiterbildungsveranstaltung
    • Titel der Veranstaltung
    • Vortragender
    • Veranstalter
    • Dauer (Stunden)
  • Tätigkeit als Fachvortragender
    • Art (z.B. Universitätslektor)
    • Dauer (z.B. Stunden oder Semesterwochenstunden)
    • Inhalt (z.B. Bilanzierungsfragen)
  • Tätigkeit als Fachautor
    • Literaturliste
    • Dauer (Stunden)
    • Fachliche Tätigkeit für den Berufsstand
  • Tätigkeit (z.B. Fachsenat für Steuerrecht)
    • Dauer (Stunden)

Folgendes Formular (MS-Excel) kann für die Dokumentation der Fortbildungsmaßnahmen verwendet werden:

Fortbildungsdokumentation.xls